Und dann war da noch was mit "Würde"...

„Unsere Würde zu entdecken, also das zutiefst Menschliche in uns, ist die zentrale Aufgabe im 21. Jahrhundert“ sagt der Neurobiologe Gerald Hüter.

Und wird nicht immer propagiert in Selbstfindungskursen: wir sollen alle wie eine Königin/wie ein König denken, fühlen…

Oder müssen wir erst in das „würdevolle Alter“ kommen?

 

Im Grundgesetz steht sie an erster Stelle. Und diesen Satz hat wohl dann doch noch jeder irgendwo, zumindest aus der Schule, in seinem Kopf abgespeichert: Die Würde eines Menschen ist unantastbar. (Artikel 1 GG).

Zur weiteren Erklärung steht da: „Der Mensch hat immer einen Wert. Auch wenn er krank ist. Auch wenn er nicht arbeiten kann. Wenn etwas immer einen Wert hat, sagt man: Es hat eine Würde. Jeder Mensch ist deshalb wertvoll, weil er ein Mensch ist. (Website Bundeszentrale für politische Bildung).

 

Und im täglichen Leben, wie siehst du dich? Wie siehst du die anderen Menschen? Ist da Augenhöhe, ist da Wertschätzung? Hältst du dich lieber immer mal zurück? Wie fühlst du dich in Bezug zu Vorgesetzten oder in Bezug zu vermeintlich „Höhergestellten“ wie Politikern, „Tech-Milliardären (wird wahrscheinlich Mode- oder Unwort des Jahres 2025 werden, tippe ich) oder sogenannten „Stars“? Wie geht es dir, wenn du krank, nicht leistungsfähig bist, gerade nicht das Geld hast, dir die üblichen Dinge anzuschaffen?

Nun, ich habe nie verstanden, warum Prominente „Stars“ sein sollen und angehimmelt werden. Sie tun auch einfach nur das, was sie können. Wie Millionen, Milliarden andere Menschen auch, auch wenn da vielleicht nicht ganz so viele zuschauen, zuhören, aber sie tun jeden Tag auch das was sie können, in dem Sinne ist dann, wenn schon, irgendwie jeder ein „Star“. Auch beruflich gesehen hat eben jeder seine Aufgabe, der Vorgesetzte oder Chef ist nicht „besser“, er hat nur eine andere Aufgabe, genauso wie in einer familiären Struktur der/die Eine vielleicht mehr häusliche Aufgaben übernimmt und der andere Part mehr außer Haus arbeitet.

 

Und doch kenne ich es lange Jahre auch, dass man sich eher zurücknimmt, dass man sich doch etwas blöd fühlt, weil man in der Schule oder im Studium eben nicht zu der angesagten Clique gehört oder dass man denkt, man müsse möglichst viel tun, um nach außen wertvoll zu erscheinen.

Dann kannst du jahrelang deine Kreise drehen und dich immer wieder in sehr unbefriedigenden Situationen wiederfinden oder dich auch als benachteiligt und in diesen äußeren Strukturen gefangen sehen.

Und doch bleibt da immer etwas in dir, was von dieser Würde weiß und jeder hat mindestens einen Lebensbereich, wo er das Würdevolle als Qualität von Haus aus gut kann, meist auch lebt oder zumindest ganz genau spürt, wie es eigentlich sein müsste. Bei mir ist es der Bereich der Kommunikation: ordentliche, wertschätzende Kommunikation ist mir sehr wichtig und es schmerzt mich außerordentlich wenn diese in`s Gewaltvolle, Manipulative oder sehr Unachtsame übergeht, egal ob gegenüber Mensch oder Tier. Welcher Lebensbereich ist es bei dir? Was kannst du besonders gut würdevoll? Meist ist es der Bereich, in dem du auch sehr verantwortungsbewusst bist. Ist es vielleicht das Zwischenmenschliche? Oder ist es der Umgang mit der Natur, mit der Erde oder mit Lebensmitteln? Ist es vielleicht das würdevolle schöne Gestalten von Räumen, Kleidung oder Kunst? Oder ist es das Rein und Ordentlich halten von Umgebungen oder ist es das besondere Augenmerk beim Umgang mit Kindern? Überleg mal, ich bin sicher, du findest einen Bereich, wo es dir sehr wert ist und wo du es mit Freude aus dir heraus machst!

 

Und dann gibt es, ja, meiner Ansicht nach können wir es tatsächlich Königsdisziplin nennen, den Bereich, wie du mit dir umgehst. Nicht nur äußerlich, auch innerlich.

Kannst du DIR mit Würde entgegentreten, egal ob du gerade viel oder wenig leistest und trittst du der Putzfrau im Unternehmen mit genau der gleichen Haltung entgegen wie einer Führungskraft? Wenn du würdevoll mit dir umgehst, dir deiner eigenen Würde bewusst bist, gehst du auch mit anderen würdevoll um.

Wirst du dann noch schlecht über andere reden? Wie wirst du Tiere und Pflanzen behandeln…, wie wirst du sprechen?

Wo „sitzt“ für dich die Würde? Am höchsten Punkt…

 

Und deshalb möchte ich umformulieren, statt: „Und dann war da noch was mit Würde…“ ein:

 

Da ist Würde.   Und ja, sie steht zu Recht an erster Stelle.

 

Steh aufrecht zwischen Himmel und Erde.

 

Namasté – was übersetzt bedeutet: ich verbeuge mich vor dir, ich ehre dich und mich,

 

 

Jacqueline

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